Archiv für September 2007

Wenn einer eine Reise tut…

Es war mal wieder soweit - alle Jahre wieder 3 Tage Schullandheim. Was der §5 LDO (=Aufsichtspflicht) für mich wieder alles an Überraschungen bereit hielt, war diesmal u.a. den Kopf in mindestens drei Himmelsrichtungen gleichzeitig drehen (Hinter der Burg gehts wirklich tief hinab…Runter vom Geländer…Heb deinen Müll auf….usw), Kotztüten von Schülern mit Pepsi-Haribo-Esspapier-Ravioli-Mischung entsorgen, Kurse im Bettenmachen (”Ich habs wirklich geübt mit der Mama…”), lustige Spieleabende organisieren, stundenlange “Ich will sofort zur Mama”-Gespräche führen, Diskussionen mit Kollegen über den Mehrwert der Bettruhe um 22:00 Uhr und ob zwei Erste-Hilfe-Päckchen reichen für 90 Schüler. Ein schlechtes Gewissen thematisieren wegen der Reisekostenabrechnung (Geht das überhaupt noch?)…

Wir sind alle wieder gesund heimgekommen. Bedankt von den Schülern oder Eltern hat sich niemand. Nur eine Mutter hat mich kritisch angeschaut, weil ihr Sohnemann eine leichte Schramme hatte (Kissenschlacht) - ob die wohl den §5 kennt?

Trotzdem habe ich noch solchen Tage das Gefühl, etwas geschafft zu haben und die Schüler haben ein Stück zueinander gefunden. Den Kindern hat´s gefallen, mir auch. Und bedankt hat sich die Schulleitung bei uns Lehrern.

Na dann, bis zum nächsten Mal!

Lehrergesundheit

Seit rund fünf Jahren ist das Thema Lehrergesundheit in den Mittelpunkt der Ministerien gerückt. “Task forces” wurden in ganz Deutschland gegründet, im Netz findet man in jedem Bundesland (bis hin zur “Intitiative Lehrergesundheit Niederbayern”) eine Menge an Tipps und Anleitungen, sich vor Burnout schützen. Welchem Risiskotyp sich die Leser dieses Blogs zuordnen können, erfährt man aktuell aus einem Special des Bayerischen Rundfunks.

Unzweifelhaft müssen wir professioneller mit den Belastungen des Alltags umgehen und uns entsprechende Strategien zurechtlegen. Das Zugeben von Schwächen müssen auch Lehrer lernen um sich zu öffnen etwa für professionelle Angebote wie Supervision. Leider erntet man häufig eher mitleidige Blicke von Vorgesetzten oder Kollegen, wenn dieses Thema angesprochen wird, es ist schon ein internes Problem krankmachende Dinge anzusprechen (Ist aber nicht nur in der Schule so…).

Nur - wenn der BR titelt, das alles sei eine “Frage des Typs” oder die Ministerien die Teilnahme an Gesprächskreisen empfehlen - riecht das stark danach den Zeiger auf die Betroffenen zu richten um sie in die Verantwortung zu nehmen. Die Frage nach systemischer Veränderung von Arbeitsbedingungen (die eben nicht kostenneutral sein kann) oder einer besseren gesellschaftlichen Akzeptanz des Berufsbildes Lehrer scheint mir genauso bedeutend zu sein. Nachdenkenswert fand ich den Kommentar eines Kollegen anlässlich seiner Versetzung in den Ruhestand - und den Tipp “sich selbst ernst und wichtig nehmen”. Seine Bedürfnisse zu zeigen und sich mit seiner Arbeitskraft wichtig zu nehmen sichert das Überleben in einem Gebiet, in dem man oft keine Wertschätzung erfährt.

Hörbücher zum Download

…und das auch noch legal! Wer es noch nicht kennt ein guter Tipp: Bei vorleser.net gibt es 400 Hörbücher zum kostenfreien Download in Top-Qualität. Krimi, Fantasy bis hin zur Luther-Bibel - ein Besuch lohnt sich! Meine Erfahrung ist, dass Schüler aller Alterstufen ein Hörbuch im Unterricht genießen können und es ab und zu ein echtes “Zuckerl” ist. Entspannend auch für den Lehrer!

Ende des Büchergeldes?

Kippt das Büchergeld in Bayern? Bayerns zukünftiger Ministerpräsident Beckstein und Kultusminister Schneider haben entsprechende Andeutungen gemacht. Von der Notwendigkeit der finanziellen Zuzahlung durch die Eltern kann angesichts der aktuellen Wirtschaftslage keine Rede sein. Vielleicht führte auch der Sturmlauf von Elternverbänden und Parteien, etwa der ÖDP, dazu?

Als erzieherisches Mittel die Kinder stärker zum pfleglichen Umgang mit Schulbüchern anzuhalten ist die Maßnahme gescheitert. Und für vergilbte Gymnasial- oder Realschulbücher 40 Euro im Jahr zu bezahlen ist für Eltern auch nicht einzusehen. Auch das Büchergeld als Gegenfinanzierung für Anschaffungen, die die Schule gerne hätte, zu missbrauchen ist auch nicht der richtige Weg eines “sinnvollen Einsatzes”, da davon meist nur bestimmte Fachgruppen einer Schule profitieren (Das “für meinen Fachraum….”-Denken). Dann darf man weiter gespannt sein, wie sich die Politik in Bayern entscheiden wird….

Nachtrag: Hat sich schon erledigt, Büchergeld ist abgeschafft. Es kann manchmal ganz schnell gehen. Zeitgleich erschien gestern ja der OECD-Bildungsbericht mit den bereits traditionellen Ergebnissen für Deutschland. Mal sehen, ob es bei kommenden Reformen der Schulstruktur, die gären, auch so flott geht…

Versaute Schöpfung

Die dreckigsten Orte der Welt zeigt eine kleine Bildergalerie in der Zeit Online.

Das Blacksmith-Institute hat die die traurige Liste zusammengestellt. Eine Möglichkeit mal anders das Thema Schöpfung im Religionsunterricht anzugehen - eine Anregung aber auch für die Fächer Biologie oder Erdkunde.

Nächste Seite »