Auf vielen Kollegenblogs finde ich gute Tipps für Rhetorik, Referatsvorbereitung und Training mündlicher Sprachkompetenz. Auch ich habe bei de.icio.us einiges gespeichert - bei Recherchen habe ich aber ein besoderes Zuckerl gefunden, sozusagen die Kompetenzkompetenz: Die SZ hat einen Redeapparat “Sag´s mit Ede” gebastelt. Fast ein Monat schon ohne ihn, aber auf diese Weise kann Edmund Stoiber immer im Ohr bleiben: “Regellose Regelungen”, das berühmte Raum-Zeit-Kontinuum, “ein Trio namens Ronaldo”…Ja, wir sind Fans seiner Worte, mögen sie auch nimmernicht heilig sein. Sehrverehrte, äh, also … Karin!!
Archiv für Oktober 2007
So beschreibt Prof. Dollase in einem Interview die Situation der Referendarsausbildung. Grund: Es fehlen klare Kompetenzen und Richtlinien, was getan und gelehrt wird. In einem Seminar an der ALP Dillingen, bei dem verschiedene Seminarleiter aus den Bundesländern vertreten waren, haben wir diese Tage dieses Problem erörtert hinsichtlich der Implementierung digitaler Medien in die Lehrerausbildungsphase 2.
Interessantes Randphänomen: In Bayern werden etwa Studienreferendare (Gymnasium) im Jahr 2007 in der Schulform G8 mit der Ausbildungsverordnung unterrichtet, die Anfang der 80er Jahre erstellt wurde. Digitale Medien - Fehlanzeige. Letztlich ist alles personenabhängig, der Referendar lernt am Modell eines medienaffinen Lehrers. Zufall. Die Arbeit mit Medientechnik, Fragen der Mediendidaktik spielen nahezu keine Rolle in dieser als auch anderen Schulformen. Und das in Zeiten, wo Schüler kompetenter sind als Lehrer und digitale Medien selbstverständlich nutzen - aber in einem Sinne, wie wir es “pädagogisch sinnvoll” mit Sicherheit oft nicht erachten.
In meiner Referndarsausbildung (Mitte der 90er) mussten wir noch den Berechtigungsschein “Filmvorführung mit 16mm-Geräten” machen, sonst durften wir keinen Film zeigen. 16mm gab es damals nicht mehr und heute höchstens im Schulmuseum. Wieso verlangt man keinen Schein, der Referendaren abverlangt mit Medien kompetent zu sein: Von der Selbstverständlichkeit mit Textverarbeitung oder Präsentation professionell zu arbeiten hin zu digitaler Methodenkompetenz und der Implementierung von Web 2.0-Technologien in den Fachunterricht?
Es bleibt alles im Vagen - und wir können schon jetzt auch in diesem Bereich von Ländern lernen, die wir vor 10 Jahren noch arrogant belächelt haben.
Ich lese ja immer wieder mit recht gemischten Gefühlen Berichte in Zeitungen, wo irgendwelche Benimm-Trainer, Tanzschullehrer oder sog. Karriereberater mit Schülern der oberen Klassen Verhaltensregeln trainieren: Themen wie “Wie man sich im Theater anzieht”, “Grüßen” und “Knigge für heute” stehen da am Stundenplan.
Ein umfangreiches Projekt hat die Firma Conrad mit einem Netzwerk an Schulen vor einigen Jahren gestartet - Höflichkeit macht Schule. Die Webseite dokumentiert und macht alle Informationen, Arbeitsblätter und Anregungen kostenlos zugänglich. Ich habe einige Ideen bereits umgesetzt und finde viele Dinge sehr hilfreich - besonders in den unteren Klassen. Aus der großen Auswahl kann man sich einige Schwerpunkte aussuchen.
Den Rest kann ja dann der Knigge-Trainer übernehmen… ![]()
…und dann sind Herbstferien in Bayern. Nachdem ich alle Wochenenden seit Schuljahresbeginn durchgearbeitet habe, war letztes Wochenende Entspannung angesagt: Weinwandern in der Pfalz…
Dann wird die Woche nochmal durchgestartet mit Exen (das heißt jetzt Kleine Leistungsnachweise), Schulaufgaben (Große Leistungsnachweise) - damit man in den Ferien etwas zu korrigieren hat. Ferner haben wir als Modellschule einen Projektversuch bekommen, bei dem ich versuche eine Moodle-Struktur aufzubauen und auch Web 2.0-Technolgien mit den Schülern meiner 9. -Deutschklasse einzuüben. Auf meiner Webseite wird schon mal probiert das Web in den Unterricht miteinzubeziehen (Joomlas Frontend sei Dank). Könnte spannend werden - vor allem die kollaborative Texterstellung mit Wikis. Dies könnte ein echter Lichtblick werden mit einer Gruppe von Schülern an einem Text zu arbeiten. Ich werde bei Gelegenheit berichten…
Nachdenkliches bei “career counselling”
Veröffentlicht Donnerstag,18 Oktober, 2007 et cetera 0 KommentareIch bin am Boden zerstört. Ich dachte immer, mir macht mein Beruf schon Freude, eigentlich mag ich die Schüler (die bösen wie die braven) wie auch viele Kollegen. Und mit Vorgesetzten kann man mal, mal nicht…und ich dachte, ich gehe auch gern in die Schule. Man hat mal Erfolg, mal weniger. Und je mehr man sich im Laufe der Jahre vom Konzept einer Stunde löst, umso kritischer sieht man, wie viel Schüler eigentlich mitbekommen und wie schwierig Binnendifferenzierung ist (nachzulesen bei Kollege Tholen…norberto42).
Das habe ich mir eingebildet!
Seit heute weiß ich dank Online-Fragebögen bei cct, einem Projekt des österr. BMUK und der EU: Mein Erfolg ist “mittel”, meine Erfahrung durchschnittlich. Ob ich Schüler differenziert fördern kann, ist fraglich. Ich hätte meine Berufswahl vor Studienbeginn 1992 und Referendariat 1996 besser überdenken sollen. cct soll die Berufsentscheidung für oder gegen ein Lehramt erleichtern, indem Online-Fragebögen ausgefüllt werden. Per Klick wird gleich die Auswertung mitgeliefert.
Im Wortlaut meine Diagnose:
“In Ihren bisherigen Praktika scheinen sich die Erfolge und die Schwierigkeiten ungefähr die Waage gehalten zu haben. Das klingt zunächst einmal recht positiv, birgt aber bei näherer Betrachtung und langfristig gesehen ein gewisses Problempotenzial: Die meisten Menschen brauchen es nämlich für ihr persönliche Wohlbefinden und auch zur Erhaltung ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit, dass die erfreulichen Alltagserfahrungen deutlich überwiegen.
Es lohnt sich deshalb, wenn Sie auf die Suche nach Ansatzpunkten für eine Klärung und Verbesserung Ihrer beruflichen Perspektiven gehen.
Dabei ist es zweckmäßig, offen und realistisch die möglichen Ursachen zu analysieren und entsprechende Folgerungen daraus zu ziehen. Diese können zum Beispiel der gezielte Besuch von Studienveranstaltungen zur Verbesserung der pädagogische Kompetenz sein, ebenso aber auch eine Überprüfung des derzeitigen Berufszieles.
Um solche Schritte wirkungsvoll zu gestalten, empfiehlt sich das Aufsuchen persönlicher Beratung, entweder an Ihrer Ausbildungseinrichtung oder auf ‘neutralem Boden’. Hinweise auf entsprechende Angebote finden Sie im Informationstext ‘Beratungsstellen’.”
Ich werde mich in die career-Behandlung begeben und weiter berichten…