Archiv für März 2008

Praktikanten an der Schule

Mehrmals im Jahr sind Lehramtsstudenten an der Schule, die ihr Praktikum ableisten: Orientierungs- oder fachdidikatisches Blockpraktikum nennt man das in Bayern. Ersteres dient dazu zu überprüfen, ob und welche Schulart man studieren will. Denke ich an meine Praktikas zurück, war ich immer recht dankbar, von den Lehrern Tipps und einfach etwas aus dem Nähkästchen zu erfahren. Und natürlich habe ich haufenweise Material gesammelt, das meiste konnte ich nicht mehr gebrauchen - aber der Jäger-und Sammlertrieb war ansatzweise ausgeprägt.

Zum Abschluss wollte ich etwas von einer Praktikantin an unserer Schule wissen und habe ihr ein paar Fragen gestellt:

Du hast jetzt drei Wochen Unterricht beobachtet und auch selbst gehalten. Welcher Vergleich passt zum Lehrberuf: Dompteur, Entertainer, Mr. Magic, Allesversteher, Kumpel, Brockhaus auf zwei Beinen?

Also auf jeden Fall ne Mischung aus Entertainer, Allesversteher und etwas Mr. Magic. Denn ein Lehrer muss sich immer etwas einfallen lassen um die Schüler zu unterhalten und nicht zu langweilen, sollte vieles der Schüler verstehen um mit ihnen umgehen zu können und sollte die Fähigkeit haben, die Schüler mit seiner Art verzaubern zu können :-)

 

Was willst du gerne von der noch anstehenden Uniausbildung mitbekommen in Bezug auf die Praxis?

Mir persönlich wäre es wichtig im Studium weniger abstrakte Themen zu behandeln und eher Themen, die für den Unterricht wichtig sind. Das Praktikum war auch dazu da, um das zu lernen, wovon man in der Uni nie was hören wird, was man aber später braucht :-) Was ich noch wichtig finde ist, mehr verpflichtende Kurse für Pädagogik an der Uni anzubieten.

 

Willst du noch Lehrer werden? Oder die Schnauze voll nach deinen Eindrücken?

Ich möchte auf jeden Fall noch Lehrer werden. Ich hab zwar gemerkt, dass es desöfteren nicht so ist, wie man es sich vorstellt und wünscht und es auch viele schwierige Schüler und Klassen geben wird. Aber ich persönlich möchte dazu beitragen, dass die Schule ein Ort wird, an dem alle Schüler die Möglichkeit haben sich zu entfalten, auch Fehler machen dürfen und vor allem daraus lernen.

 

Gib doch den Kollegen noch einen Satz mit, was du anders machen würdest…

Auch schwierigen Schülern und Klassen muss Respekt entgegengebracht werden. Jeder Schüler muss merken, dass er es wert ist sich um ihn zu bemühen und seine Meinung (egal welchen Alters) ernst zu nehmen. Denn so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück :-)

 

Viel Glück weiterhin im Studium und Referendariat!

 

Vorgangsbeschreibungen online

Es gibt mal wieder ein neues Lernportal, es heißt “mytutor” und enthält in drei Sprachen Lern- und Ratgebervideos aus allen Bereichen des Lebens. Viel Schwachsinn ist natürlich dabei, aber: Vielleicht ist das mal eine Alternative zur doch oft etwas drögen Aufsatzart Vorgangsbeschreibung? Die Schüler sollen ein Video zu Alltagsproblemen oder Allerweltdingen planen, mit entsprechenden Texten versehen und produzieren. Wenn es gut ist, kann es auch hochgeladen werden. Und der fächerübergreifende Bezug (Kooperation mit demEnglischlehrer oder so…) kann auch leicht hergestellt werden - was aber natürlich bei dieser Schreibform eh auch ohne digitale Lernportale leicht möglich ist.

Texttipp: Wie das Böse entsteht

Einen absolut packenden Text für Deutsch oder Reli zum Thema gewalttätige Jugendliche und wie erschreckende Delinquenz-Karrieren entstehen findet man hier.

Feedback geben

Bestimmte Bücher exzerpiere ich mir, eines davon ist von Jörg Fengler “Feedback geben”. Eine Feedback-Kultur gehört für mich zur Personal- und Unterrichtsentwicklung dazu, leider ist der Alltag oft weit davon entfernt. Im Buch gibt der erfahrene Autor eine Menge Anregungen - allerdings sind einige nur mit Gespür und etwas Sicherheit in der Anwendung von Gesprächstechniken anzuwenden. Wer sich dafür interessiert - etwa für das Seminar, in kollegialer Beratung oder auch für den Unterricht, kann sich hier das Exzerpt downloaden: Exzerpt_MindMap

(Als .mmap kann ich die Datei leider nicht anbieten, nur als .doc)

Stellenausschreibung: corporate volunteers

Wie die SZ berichtet, schickt etwa eine große Versicherung und andere global players Nachwuchsmanager in die Schulen - gut fürs Image, “csr” (das habe ich in meinem Wirtschaftsjahr gelernt heißt “corporate social responsibility”), ideales und günstiges Personaltraining…

Auf diesem Wege deshalb: Nach den Osterferien sind zehn Kollegen bei uns im Skikurs, also etwa ein Drittel des Kollegiums. Falls jemand gerade “HR” (human resources) bei Nachwuchsmanagern freihat, bitte eine diskrete Mail an mich.

PS: Ich bekomme natürlich keine Headhunter-Provision.

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