Ich habe vor kurzem einer Besucherin unserer Schule das Leben gerettet.
Und das ging so: Eine eiskalte Biologielehrerin bat die Schüler “meiner” 5. Klasse am Jahresanfang etwas für den Unterricht zum SezierenZerlegenAuseinandernehmenundunterdemMikroskopoderBecherlupeanschauen mitzubringen. Und den kleinen Blumenstock, zwei Blätter zart und wenige Zentimeter groß, haben die jungen Forscher auf dem Fensterbrett vergessen. Niemand hat sie beachtet, nur die Sprechstunde kümmert sich um bedrohte Arten.
Gegossen, Zwiegespräch gehalten, getauft auf den Namen “Lydia”. Sie blühte, wuchs, erfreute die Klasse und nicht zuletzt den Lehrer, Herrn Märkl, mit der stillen Größe ihrer Anwesenheit. Ich behaupte mal, sie hat sich öfter gerührt als mancher 9.Klassler, mehr mitbekommen von Konjugation, Kalendergeschichten, Kontinentalverschiebung als mancher Schüler.
Für einige Tage ist sie nun bei mir daheim untergebracht. Im neuen Blumentopf, gefüllt mit selbst geschreddertem Kompost, verbringt sie erholsame Osterferien auf meinem Schreibtisch. Sie fängt sogar schon an, Blogs zu lesen.
In diesem Sinne: Liebe Grüße von meiner neuen Schulfreundschaft.

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