Archiv für April 2008

Konsequenzen

Also, die Dinge nehmen groteske Formen an nach dem letzten Post. Lehrern werden von der Schulleitung die Kommentare vorenthalten; die Mail-Reaktion von SchülerCC war, dass das Portal eben ein Übungsfeld ist, Schüler eben so reden und wir sie ausspionierten. Und die Schüler meinen, dass es ja nur schulintern sei und Lehrer nichts drin verloren hätten.

Stimmt und stimmt nicht. Solche Foren sind für mich quasi-öffentlich, jeder kann sich anmelden, Posts werden nicht kontrolliert wie es aussieht. Nachschnüffeln tu ich auch nicht, ich melde mich jetzt nicht unter irgendwelchen Pseudonymen an und sehe mich mal um. Fände ich etwas seltsam…

Aber: Ich und viele Kollegen geben ihre Menschenwürde auch nicht an der Schulhaustüre ab. Verleumdungen sind es eben, auch wenn sie in dieser “geschlossenen Anstalt” geäußert werden. Es ist und bleibt ein www….

Ehrlich gesagt lächle ich nur noch, wenn diese Portale pädagogisiert werden: Kürzlich sagte ein (noch dazu sehr netter) Schüler, dass manche Funktionsträger an anderen Schulen ihren Unterricht mit Folien ohne persönliche Anwesenheit bestreiten - und er urteilte, dass das auch so ginge! So sieht die Klientel aus, die auf SchülerCC und anderswo Lehrer-Kompetenzen beurteilen. Online-Schulverbesserer, spart euch das Geschwätz, das euer Geschäftsmodell verklären soll.

Wer es immer noch nicht glaubt - ich lege Wert auf Schüler-Feedback und Diskussion, nur nicht auf Internetmobbing. Deshalb habe ich Hoffnung, dass auf schule.net ein andererer Dialog möglich ist. Im anonymen Web, mit Benotung, aber auch mit gegenseitigem Feedback. Ich probiere es aus und melde mich!

Schüler beleidigen Lehrer

Aus den Nutzungsrechten von SchülerCC:

“Keine Äußerungen oder Inhalte gleich welcher Form zu verbreiten, die gegen die Rechte Anderer verstoßen oder die ihrem Charakter nach verleumderisch, beleidigend, obszön, sexuell ausgerichtet, bedrohend, belästigend, gewaltverherrlichend oder zur Gewalt anstiftend, politisch, rassistisch oder fremdenfeindlich sind, bzw. allgemein Inhalte zu verbreiten, die dem Gegenstand von Schueler.cc, den geltenden Gesetzen und Vorschriften, den guten Sitten oder den Personenrechten widersprechen. Insbesondere Fotos, Aufnahmen und alle Informationen, Daten oder Dateien, die Schueler.cc von einem Benutzer zur Verfügung gestellt werden, dürfen nicht anstößig sein …”

So, nach einer Schülerin hat es auch uns als Kollegen erwischt mit dem Internetmobbing. Jemand aus der Schulverwaltung ist dort eingeloggt und hat mich mal drauf aufmerksam gemacht. Die o.g. Nutzungsrechte wurden dabei natürlich eindeutig verletzt, viele Kollegen (auch ich) werden so richtig durch den Dreck gezogen. Ich behaupte mal, sonst wäre das Portal auch nicht erfolgreich. Lästern sells, das war bei uns als Schüler ja auch nicht anders. Nur in der Kneipe am Wochenende ist halt nicht das Web…und Lästern ist nicht zig-Seiten übelste Beleidigungen.

Treffen tut es mich schon ein bisschen, so eine “Rückmeldekultur” habe ich mir nicht vorgestellt. Da erscheinen einem die Nutzerhinweise eher lächerlich, die Kontrolle scheint nicht so richtig zu funktionieren. Antwort habe ich auch noch nicht erhalten auf meine Mail an die Betreiber.

Jetzt geht halt die zeitraubende Arbeit los: Mit den Schülern sprechen, den Eltern die Posts zeigen, deren Fassungslosigkeit verstehen, sie davon abbringen jetzt alle PC´s wegzusperren daheim, überlegen: Zur Anzeige bringen oder nein. Derzeit wird da anscheinend nach Kripo-Auskunft hart durchgegriffen.

Und: sich auf eine Linie im Kollegium einigen. Manche ducken sich, manche grinsen (Zum Glück bin ich ja nicht betroffen), andere verteufeln alles, was nur nach LAN-Kabel aussieht.

Ehrlich gesagt würde ich viel lieber am Unterricht arbeiten, aber man hat nach so einer CC-Lektüre das Gefühl: Es ist egal was und wie du es machst. Scheisse ist es sowieso.

Und die Links lesen: Den hier oder den hier

Audiobearbeitung

Die eigene Stimme zu hören ist für mich immer eine Katastrophe - ich denke zurück an die schrecklichen Sprachlabore meiner Schulzeit, wo die Lehrerin erhöht vor einem  gigantischen Schalterwerk saß - die Schüler nie wissend, wen sie gerade abhört. Der totale Lauschangriff, zur Sprechmaschine degradiert.

Deshalb zögere ich auch, Audiobearbeitung im Unterricht einzusetzen, was natürlich ein Blödsinn ist. Den Schüler macht es immer wieder Spaß, “was” mit meinem MP-3-Player, dem eigenen Handy oder so aufzunehmen. Beispielsweise: Vor den Osterferien haben wir Joachim Friedrich im Rahmen einer Autorenlesung interviewt und dann auf meine Webseite hochgeladen, ein Sprachprojekt mit einer tschechischen Schule gemacht (Vokabel- und Grammatikeinheiten), der leider nie richtig zustande kam…Also erste Gehversuche mit Audactiy habe ich hinter mir und war hoch erfreut, wie schnell die Schüler mit der Software zurechtkommen. An die große Literatur habe ich mich aber noch nicht herangewagt…

Heute war ich beim BR in der großen Stadt- er macht im Rahmen der Tatfunk-Reihe Lehrerfortbildungen zu dem Thema. War super, habe mir von den Profis doch das eine oder andere abgeschaut. Dabei habe ich den netten Kolleginnen mit Magix gearbeitet, das es für Schulen auch kostenlos gibt. Und es ist spannend, die Leute zu sehen, die man sonst nur aus dem Radio kennt - Bernhard Jugel und Katja Huber waren die Leiter, die uns animiert haben mit Stimme und Wörtern zu spielen.

Also hat es mir heute sehr viel Lust gemacht, die Lesenacht in diesem Jahr mal anders zu gestalten - es wird mit den Schülern der 5. Klasse eher eine Audionacht werden. Mal sehen, vielleicht produzieren wir dann Gruselgeschichten.

Ach ja, die eigene Stimme zu hören habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Da könnte man gleich die nächste Fortbildung buchen - Sprecherziehung und Stimmtraining… :-)

Und einen Hinweis noch an alle, die es noch nicht kennen: Stefan “Lernardo” Waba hat ein sehr gutes Screencast zu Audacity erstellt - 10 Minuten und alles verstehen!

Fit und fair

Heiße Diskussionen gibt es nicht vor diesen Olympischen Spielen - seit Jahren macht die Christliche Initiative Romero mit einer hervorragenden Kampagne “Saubere kleidung” auf die Ausbeutung der ArbeiterInnen in Drittwelt-Ländern aufmerksam, die für die großen Sportartikelhersteller produzieren.

Die Initiative bietet auch sehr gutes Unterrichtsmaterial an - ich finde es wichtig (nicht nur im Religionsunterricht) die Schüler über diese Bedingungen zu informieren. Viele Schüler wissen über die Missstände nicht Bescheid - man sollte es aber wissen und bewusst die Globalisierung an diesem Beispiel zu besprechen. Sneakers und Shirts dieser Firmen hat jeder an  - einschließlich ich :-)

Linktipps:

Übersicht über Initiativen

Digitaler Fackellauf

Schuften für Olympia: Playfair?

Kamapgne für saubere Kleidung

Vorausplanung

Ich weiß, es ist noch eine ganze Ecke hin - ich mache mir aber schon etwas Gedanken über den Wandertag. Wir haben zwei im Jahr. Einer wird gewandert, beim zweiten mache ich gern eine Fahrt - und da plane ich mit Bahn und Eintritt gerne früher als zu spät. Vor allem will ich einen guten Vorschlag haben, nicht dass Endlos-Diskussionen losgetreten werden. Auf Shoppen, zum nächsten Burgerking oder auf ähnlich frustrierende Ziele habe ich ehrlich keinen Bock, eine kunsthistorische Kirchenführung ist (nicht immer, aber oft) mit  pubertierenden Jugendlichen auch eher ernüchternd. Gefunden habe ich beim Friedrich-Verlag einen Kulturkalender mit allen möglichen Auffühung quer durch Deutschland. Naja nach Lüneburg ins Theater ist es etwas weit, aber das pdf bietet eine nette Übersicht auf einen Blick.

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