Guten Abend, Elternabend

Der war doch erst? Naja, das war im letzten Herbst – so spottet die SZ in der Münchner Ausgabe (13.10.2007) in der Rubrik „089“ über die Motivationsversuche den Vater der Familie zu bewegen sich abends in die Schule zu setzen. Bei „meinem“ Elternabend waren heute fast alle da…und sogar 5 Väter! Finde ich gut, und dem leichten Spott der Kolumne bezüglich der engagierten Eltern kann ich gar nicht folgen.

Ich bin froh, Eltern wie in diesem Jahr zu haben, die sich interessieren und ab und an eine leichte Diskussion in Gang kommt über pädagogische Grundhaltungen oder auch – detailgenauer – über das Elternverhalten bei unklaren Hausaufgaben. In diesem Jahr habe ich eine schlanke PPP erstellt mit wenigen Foils. Schon länger verzichte ich darauf Eltern „aktiv“ einzubinden, etwa indem sie den „Zauberlehrling“ aufsagen müssen mit vorher gelernten Memo-Techniken oder ich sie auf ähnliche Weise in die Schüler-Rolle schlüpfen lasse (wie in so manchem „Ratgeber“ empfohlen). Es ist zwar spaßig, aber letztlich wenig effektiv und doch Käse. Man weiß, wie sich ein Schüler fühlt – allein beim Betreten eines Klassenzimmers (Geruch, Ausstattung), die viel zu kleinen Stühle, der Lehrervortrag und das oft gehaspelte „Haben Sie noch Fragen?“. Ich will doch mit Eltern reden – über Schule, über Erziehung, über mein Fach. Mir hat es gefallen – vor allem ein Gespräch zum Schluss mit einer Mutter, die tatsächlich diesen Blog liest und sich einmal in einem Beitrag (negativ) angesprochen fühlte. Ich hoffe, wir haben alles geklärt. Und so sind wir ins Gespräch gekommen und ich habe wirklich Wichtiges über den Schüler erfahren. Also – es lohnt auch das Bloggen. Einen Kommentar hat die Mutter sich noch nicht abgegen trauen – vielleicht ja diesmal oder jemand anderer 🙂

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4 Responses to “Guten Abend, Elternabend”


  1. 1 Marcus Mittwoch,17 Oktober, 2007 um 9:18

    An unserer Schule ist eine Trennung zwischen dem förmlichen Elternabend und einem Elternstammtisch üblich. Beim Elternabend gibt es eine formelle Einladung des Elternvertreters und Klassenleiters mitsamt Tagesordnung usw. Das Treffen findet im jeweiligen Klassenraum statt – mit den von Dir angedeuteten Folgen.

    Die Initiative zu Elternstammtischen gehen hingegen von den Eltern aus. Als Treffpunkt dient meist eine Gaststätte an zentralem Ort. In der Regel gebe ich als Klassenleiter einen kurzen (max. 15 Minuten) „Lagebericht“, bevor dann die Eltern das Kommando übernehmen. Mal werden aktuelle Probleme im Plenum diskutiert, mal verfallen sie in einen intensiven Austausch in kleinen Grüppchen. Perfekt!

    Leider hat sich unter den Eltern in meiner Klasse noch nicht ganz rumgesprochen, wie produktiv und intensiv so ein Elternstammtisch sein kann: Beim letzten Mal waren wir zu sechst, während beim letzten Elternabend 24 Eltern/paare von 27 Schülern anwesend waren.

  2. 2 markusmaerkl Mittwoch,17 Oktober, 2007 um 13:09

    Das hört sich sehr gut an. Eltern interessieren sich stark und wollen mitdiskutieren – sie sind Betroffene, die man zu Beteiligten machen sollte (alte TZI-Weisheit).Evtl. können sie auch Content erstellen für z.b. Moodle-Kurse. Dies habe ich von einer Kollegin einmal gehört – ob erfolgreich, weiß ich nicht. Ich habe ab und an Bastalaktionen für Freiarbeitsmaterial oder für Tage der offenen Tür mit den Eltern am Nachmittag/Abend gemacht.
    Die von dir beschriebene Trennung gibt es bei uns nicht, auch Elternklassensprecher sind nicht usus.
    Den falschen Weg halte ich aber, Eltern als Aushilfslehrer zu rekrutieren um Personalnot zu kaschieren. Ich denke, das überfordert Eltern und dient nicht dazu die Profession „Lehrer“ aufzuwerten.

  3. 3 teacher Mittwoch,17 Oktober, 2007 um 18:50

    Eltern wollen nícht in ihre Kindheit zurückgeworfen werden, sie wollen Infos, Mitgestaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten.
    Interessant finde ich, dass der Blog zu einer Art Kommunikationsforum werden kann. Interessiert mich. LG.

  4. 4 Markus Märkl Donnerstag,18 Oktober, 2007 um 6:40

    Danke. Eltern wollen das nicht – und Lehrer auch nicht. Bei Fortbildungen wird ja sich meist auf der Meta-ebene bewegt, nur ja nicht rein in die Materie. Lieber akdamemisch reden drüber. Aber wir muten es Kindern und Eltern zu – „begeistert“ unsere Ideen umzusetzen.


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