Pädagogischer Tag

Alle Jahre wieder halten wir an der Schule einen sogenannten Pädagogischen Tag ab. Entstanden ist er vor 10 Jahren auf Beschluss des Landtages, das KM empfiehlt Maßnahmen zur schulinternen Qualitätsentwicklung zu gestalten. Der Tag  muss an einem unterrichtsfreien Tag sein – da bietet sich der in Bayern schulfreie Buß- und Bettag natürlich an.

Die Diskussion über Schulentwicklung ist nach wie vor ein sinnvolles Thema – ein Konsens, was gute Schule ist, dürfte wohl in wenigen Schulen herrschen und ist auch politisch nicht zu verordnen. Die Einbeziehung externer Experten ist in jedem Fall zu begrüßen. Soweit das Papier und die Idee.

In der Praxis sieht es so aus, dass nicht ungeteilte Begeisterung über den Pädagogischen Tag herrscht. Vor einigen Jahren habe ich eine Steuergruppe geleitet und den Tag moderiert – und wurde dabei genauso angeschossen wie die externen Referenten. Den Tag in der Schule ist für mich kein problematischer Punkt, aber Sinn und Mehrwert einer solchen Veranstaltung ist mir in diesen 10 Jahren nicht ganz klar geworden. Es wurde entweder stundenlang im Plenum diskutiert, um 16:00 Uhr ging man dann wieder heim. Es wurden Experten für Unterrichtsentwicklung eingeladen, die pfundweise moderne Methoden ausbreiteten. Übungen zur Lehrergesundheit wurden auch gemacht – der Referent sucht heute noch seine Thymusdrüse.  Und was bleibt? Nur der fade Geschmack einer angeordneten pädagogischen Nachhilfestunde, mit der man bei den Lehrern kaum offene Türen einrennt. Und der mitleidige Blick von Kollegen der Nachbarschulen, die den Tag schon vor Jahren abgeschafft haben.

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3 Responses to “Pädagogischer Tag”


  1. 1 Ivo Mittwoch,21 November, 2007 um 11:57

    Schulentwicklung ist auch bei uns ein heikles Thema. Leider sind wir noch nicht so weit, dass man dafür einen ganzen Tag opfern würde.

    Gibt es denn schon konkrete Konsequenzen aus deinem Fazit des Tages? Nächstes Jahr wieder, um ein Alibi zu haben? Abschaffen? Anders gestalten?

    Ich werde wohl demnächst auch in der Steuergruppe sitzen und bin für jeden Input dankbar 🙂

  2. 2 markusmaerkl Mittwoch,21 November, 2007 um 15:15

    Wir haben deutlich früher aufgehört – die Heizung ging nicht. Grundsätzlich halte ich so einen Tag für absolut sinnvoll um grundlegende Dinge bzgl. Schulorganisation zu klären. In diesem Jahr waren zwei sehr gute Referentinnen da, die Tipps gaben zum Projektunterricht. Das war an unserer Schule notwendig, da alle 9. Klassen ein Projekt machen müssen und viele Kollegen hier noch keine Erfahrungen haben. Das andere ist, wie langfristig auch diese Unterrichtsentwicklung implementiert wird in den Alltag oder ob es eine Eintagsfliege bleiben wird (Was ich für sehr schade halten würde).
    Ich habe den Vorschlag geäußert, den Tag umzuwandeln in ein Stundenkonto und in die Fachschaften zu geben: Sie können diese Pflichtstunden dann flexibel nutzen, Unterrichtsprojekte und -unterlagen erstellen und diese dann der Allgemeinheit über ein LMS (etwa schuleigenes Moodle) zugänglich machen. Ich berichte, wie es weitergeht.


  1. 1 Lehrerzimmer » Blog Archive » Stress am Pdagogischen Tag Trackback zu Mittwoch,21 November, 2007 um 22:37

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