Mehrarbeit

Wenn Kollegen erkrankt oder auf Fortbildung sind, müssen sie vertreten werden. Das ist klar, denn Unterricht sollte natürlich nicht ausfallen. Auf dem Vertretungsplan wird dies bekannt gegeben. Dass es manchmal kurzfristig ist, ist ebenfalls klar – niemand kann Hellsehen, wenn Kollege X plötzlich ausfällt und die erste Stunde vertreten werden muss. Diskussionen gab es vor einigen Jahren darüber – als ich an meine jetzige Schule kam – ob Mehrarbeit bezahlt werden muss. Dies war dort noch nie der Fall, weil „nie jemand so viel vertreten muss“. Angeblich. Ich habe zwar manchmal keine, manchmal aber auch bis zu 9 Stunden im Monat vertreten. Im vergangenen November waren es 5 Stunden (bin Teilzeit, da Teilabordnung). Dazu kommt pro Woche eine sogenannt Präsenzstunde, also „Bereitschaft“.

Ab 3 Stunden im Monat kann die Mehrarbeit vergütet werden, der Satz liegt bei bei etwa 20 Euro (je nach Besoldungsstufe). Nach einigen Kämpfen mit dem damaligen Konrektor, der fehlerhafte Abrechnungen vorlegte (Es fehlten Vertretungsstunden, Gegenrechnung von angeblich ausgefallenen Stunden, Ausgleich in Form von allgemeinen Unterrichtsausfall – was nicht korrekt ist) läuft es mittlerweile ganz ordentlich. Ich notiere mir jedenfalls alle Stunden in eine Tabelle und bestehe auch auf einer schriftlichen Anweisung (also Vertretungsplan). So bleibt es nachweisbar und glaubhaft. Und dies möchte ich ja auch sein, da ich tatsächlich in den Vertretungsstunden Unterricht halte. Mehrarbeit eben.

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8 Responses to “Mehrarbeit”


  1. 1 Herr Rau Sonntag,2 Dezember, 2007 um 8:00

    Klingt gut. Bei uns hat sich noch niemand dazu aufgerafft, das durchzusetzen. Soweit ich weiß, wird ab der 4. Stunde im Monat vergütet, abzüglich ausgefallenen Unterrichts (nicht: Konferenzen) – aber das im Jahresdurchschnitt und nicht pro Monat. Und mit LK oder Gk schafft man das nicht. (Stimmt das?)

  2. 2 markusmaerkl Sonntag,2 Dezember, 2007 um 19:25

    Mehrarbeit soll entweder durch Freizeitausgleich innerhalb von drei Monaten ausgeglichen werden (Ist natürlich hirnrissig – da fallen ja wieder Vertretungen an, wenn jemand seine Überstunden nimmt, außerdem die armen, nicht beschulten Schüler..) oder eben ausbezahlt – im jeweiligen Monat des Folgejahres. Vergütet werden dann dann alle Stunden, auch die ersten drei. Das läppert sich bei 5-6 Stunden im Monat dann doch. Einige Blogleser halten sowas vielleicht für egoistisch, kleinkariert oder Lehrer sowieso für vollkommen überbezahlt. Aber mir geht es hier darum, dass das, was jeder Handwerker, Arbeiter und Angestellter bekommt und abrechnet, auch für das Lehrerhandwerk gelten darf. Jeder erhält an unserer Schule dann am Ende des Monates einen Ausdruck seiner Mehrarbeit, ich führe parallel dazu ein Stundenbuch und achte darauf, dass auch im Klassenbuch die Stunde ordentlich eingetragen ist. Also – business as usual eben. Wem das zuviel ist, der soll es halt lassen – sich aber auch nicht über die Vetretungen beschweren :-). Übrigens – soweit ich weiß ist hitzefrei, Sonderurlaub oder Fortbildung kein „Freizeitausgleich“.

  3. 3 cschwartz Mittwoch,5 Dezember, 2007 um 18:27

    Wahrscheinlich ist das genaue Verfahren von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Bei uns wird auch ab der 4. Std. bezahlt, dann aber für alle geleisteten Vertretungsstunden im Monat. Angeschmiert sind aber die Teilzeitkräfte, die normalerweise anteilig Vertretungsunterricht geben. Auch sie bekommen dann erst ab der vierten Stunde im Monat Geld, und wenn nur drei anfallen, schauen sie in die Röhre. 😦
    Übrigens halte ich die Vergütung von zusätzlichen Vertretungsstunden nicht für kleinkariert, es geht ja auch um Gerechtigkeit. Aufgrund der Stundenplanbedingungen sind es doch immer die Gleichen, die zu Vertretungsunterricht herangezogen werden. Und wenn es Geld kostet, achtet die Schulleitung noch mehr darauf, auch andere heranzuziehen.

  4. 4 markusmaerkl Mittwoch,5 Dezember, 2007 um 20:30

    Teilzeitbeschäftigte Lehrerinnen (im Angestelltenverhältnis) haben bereits ab der ersten Mehrarbeitsstunde Anspruch auf Vergütung (oder Freizeit) – zumindest in Bayern. Man müsste nachstochern im Bundesland…ich teile deine Meinung, dass es nicht kleinkariert ist. Ob es immer die Gleichen sind, kann ich nicht beweisen – aber ich habe schon so einen Verdacht. Wenn der Konrektor mit vielen Kollegen auf „Du“ und mit manchen auf „Sie“ ist, wenn es die lieben Hierarchiefreunde und die kritischen Schulketzer gibt, vermute ich auch, dass es wohl immer „die Gleichen“ sind, die man gerne einsetzt. Es menschelt im Vertretungsplan. Beweisen kann ich es nicht – denn einen Einblick in die Statistik habe ich noch nicht gewährt bekommen: Datenschutz.

  5. 5 cschwartz Donnerstag,6 Dezember, 2007 um 21:31

    In Schleswig-Holstein müssen Vollzeitkräfte (Gym., die anderen Schulen weiß ich nicht) bis zu drei Vertretungsstunden im Monat unentgeltlich leisten, Teilzeitkräfte — egal ob verbeamtet oder angestellt — halt anteilig.
    Ihr scheint in Bayern dann doch etwas bessere Bedingungen zu haben als wir, auch was die Anrechnung von Zusatzaufgaben wie Fachschaftsleitung angeht.

  6. 6 markusmaerkl Samstag,8 Dezember, 2007 um 21:53

    Bis zu drei werden auch in Bayern nicht bezahlt – aber der vierten Stunde werden dann aber alle vier auch bezahlt – Vorbehalt Freizeitausgleich! Ansonsten denke ich, kommt es viel auf den Schulleiter und wo er seine pädagogischen Schwerpunkte setzt. Ich habe für Beratungslehrer eine Stunde ermäßigt – ein Grundschullehrer hätte bei gleicher Schülerzahl wie unsere Schule drei Stunden.

  7. 7 Marcus Montag,10 Dezember, 2007 um 20:04

    Was hat denn die Vertretungsstundenstatistik mit Datenschutz zu tun? Der Vertretungsplan ist doch öffentlich, so dass theoretisch jeder seine eigene Statistik führen kann.

    Bei uns gab es auch Kollegen, die sich stets benachteiligt sahen, wenn sie mal eine Vertretungsstunde leisten mussten. Ständig gab es Streit mit dem Konrektor. Als Personalräte haben wir dann mit der Schulleitung vereinbart, die Übersicht über die angefallenen Plus- und Minusstunden auszuhängen. Seitdem hört man zwar ab und an noch ein Murren, aber die Vorwürfe der systematischen Benachteiligung sind vom Tisch.

    Entscheidend war sicher auch, dass sich das Kollegium mit großer Mehrheit für dieses Verfahren ausgesprochen hatte.

  8. 8 markusmaerkl Montag,10 Dezember, 2007 um 21:51

    Ich teile deine Meinung – da wollte sich jemand einfach nicht in die Karten schauen lassen, eben um die schlechte Stimmung zu entkräften? Alles Geschichte, Konrektoren sind ja meist Durchlauferhitzer mit einer Halbwertszeit von 18 Monaten…
    Transparenz ist das beste Mittel um die Ewig-Benachteiligten, Dauermotzer oder Überflieger an einen Tisch zu bringen und eine ehrliche Diskussion zu führen. Und eine gute Schulleitung wird genau in diesem Punkt darauf achten niemand zu „übervorteilen“ oder zu benachteiligen.


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