Strafen in der Schule (I)

Brutalst mögliche Durchgreifer haben ja im Moment das Wort ergriffen, wie kriminelle Jugendliche bestraft werden sollten. Das wird man ja (ohne auf die Beziehungsebene zu diesen Politikern einzugehen und deren Hintergründe) sachlich diskutieren dürfen. Nun gibt es auch in der Schule unterschiedliche Vorstellungen, wie mit Schülern, die gegen Regeln verstoßen, umgegangen werden muss.

Ganze Regale sind geschrieben worden, wie nun in der Schule den Jugendlichen korrektes Verhalten beigebracht werden soll – die Diskussion um Bueb&Co läuft manchmal ähnlich emotional. Ich habe die letzten Tage darüber nachgedacht, wie ich diszipliniere und ob ich damit Erfolg habe. Eine gute Reflexion dazu findet man bei Jörg Rüedi.

Folgende Punkte sind mir wichtig:

  1. Disziplinierung soll für mich zu einer guten Lernatmosphäre beitragen (Ruhe, Konzentration, Lust mitzuarbeiten, weil man gehört wird…) – Lehren und Lernen haben Vorrang in Abwandlung einer TZI-Weisheit, die damit aber nicht unrichtig ist.
  2. Für letztere suche ich das persönliche Gespräch mit dem Schüler (Rapport) um zu beraten oder zu verstehen. Oder auch – ehrlich gesagt – sehr deutlich zu machen, was mich ärgert und was ich erwarte an Verhalten.
  3. Um zu disziplinieren brauche ich Autorität und klare Regeln, keine spontanen Einfälle. Es muss durchsichtig sein, was mich auf die Palme bringt.
  4. Die Regeln können zu einem Teil mit den Schülern ausgemacht werden, wenn vernünftige Ideen kommen. Wenn nicht, werden meine Vorstellung angewendet. Diese werden in der ersten oder zweiten Stunde im Jahr festgemacht.
  5. Dazu gehört etwa: Arbeitssachen liegen auf dem Tisch, wenn ich ins Klassenzimmer komme. Wir begrüßen uns und stehen dazu auf (bis zur Klasse 10 an der RS).
  6. Vergessene Hausaufgaben werden notiert, beim dritten Mal gibt es eine Nacharbeit am Nachmittag.
  7. Einmal Schwätzen wird ermahnt, zweimal Schwätzen heißt Zusatzaufgabe anfertigen. Das kann ich mir merken und ich erspare mir irgendwelche Strichlisten.
  8. Störer sitzen vorne, manchmal ignoriere ich sie.

Ich merke, es gehört vor allem Selbstdisziplinierung dazu um klar und berechnend zu sein. Ich nehme die kommende Halbjahr-Wende mal als Anlass, die eine oder andere Stunde über den Unterricht der letzten Monate nachzudenken mit der einen oder anderen Klasse…Hmm, als brutalst möglicher Lehrer an der Schule möchte ich dabei ja eigentlich nicht gelten.

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