Bildung in Magenta

Große Firmen, große Namen: Education Next Generation – Edunex ist das ganz große Ding, das die Telekom auf der Cebit gelauncht hat. Was das ist? Pressetext: „Die modulare Lernplattform Edunex von T-Systems ermöglicht individuelles Lernen, Gruppen- und Partnerarbeit ebenso wie das projektorientierte Arbeiten und Lernen im Klassenverband. Lehrer und Schüler greifen online auf alle Lerninhalte zu. So erledigen sie Aufgaben zu Hause oder an jedem beliebigen Rechner mit Internetanschluss.“

Aha, also so eine Art Moodle, nur eben in Magenta? Hm, warum zum Teufel eine neue Lernplattform – eben nach Moodle, Fronter, Teamlearn, Lo-Net1+2 und die jeweiligen föderalen (unendlichen) LMS?

Aber es geht noch weiter: „Die Fachmodule der internetbasierten Bildungsplattform setzen sich zusammen aus dem Bildungsangebot von Bibliotheken und Schulbuchverlagen, Informationen aus dem Internet sowie von Lehrern selbst erstellten Unterrichtsmaterialien. Edunex bietet auch Kommunikationswege wie E-Mail, Chat-Räume, Foren, virtuelle Klassenzimmer, Blogs und Wikis, über die Lehrer und Schüler schulortübergreifend Informationen austauschen. Edunex unterstützt damit die Vernetzung von Schülern.“

Aha, das klingt interessanter…eine Kooperation der Schulbuchverlage und der Telekom? Das klingt nach der ganz großen Nummer. Vielleicht deshalb: „Derzeit nutzen Edunex schon rund 130.000 Schüler sowie 12.000 Lehrer an 700 Schulen in Deutschland.“

Nun, Edunex wurde kürzlich in verschiedenen Schulen offiziell in Betrieb genommen, die Lehrer-Fortbildungsbörsen werden damit auch geflutet. Die obigen Zahlen dürften damit diese kommerzielle Koalition nicht zufrieden stellen, sondern da müssen noch ein paar Nullen ran, damit sich die Philanthropie rechnet. Ich bin skeptisch: Muss es sein, dass noch eine weitere Plattform dazukommt, gestützt von Bildungs-Goliaths, wo viele Schulen sich derzeit mit Moodle anfreunden und sich selbst organisieren? Werden die Bildungsinhalte und -prozesse damit nicht „outgesourct“ und Lehren und Lernen in die Hände von Firmen gelegt? Werden die Gelder nicht von anderen Initiativen und Bewegungen abgezogen, damit Edunext finanziert werden kann? Naja, aus dem T-Mobil-Rennstall dürften ja auch ein paar Euros umgeshiftet werden können…

Ein paar mehr Infos, Screenshots und Links zur T-Systems-Seite findet man bei Beat Döbeli.

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