Abgründe

Bei manchen Eltern-Schüler-Lehrergesprächen kommt man nach wenigen Minuten „graben“ als Beratungslehrer an pures Entsetzen über die Entfremdung und das Misstrauen innerhalb der Familie. Es herrscht  echte Verzweiflung über das katastrophale Leistungs- und Arbeitsverhalten, über Lügengeschichten, in die sich manche Schüler verstricken. Da herrscht eine Atmosphäre wie im Gefrierschrank, die Frage nach dem „Warum“ bleibt achselzuckend unbeantwortet – es ist besser, es oft nicht zu wissen.

Was mich regelmäßig wütend macht, ist dann die Erpressungsfloskel „Vertrauen verloren“…als wenn diese Drohung was nützen würde gegenüber dem Kind, den Eltern oder auch der Schule gegenüber. Ich versuche vielmehr immer klare Strukturen hinzukriegen und einfache Vereinbarungen mit Strafe oder Belohnung (Jaja, behaviouristische Ansätze müssen nicht immer schlecht sein, so funktioniert das Schul-System nun mal),  die nach einer gewissen Zeit überprüft werden sollten. Aber was tun, wenn ein Kind meint zum Disziplinarausschuss nicht selbst erscheinen zu müssen („Ich habe ja einen Vertrauenslehrer“), eine Mutter trotz Einladung nicht kommt oder ein Schüler nach 90 Minuten Elterngespräch und großen Versprechen unmittelbar darauf den nächsten Verweis bekommt?

Ehrlich gesagt, manchmal ist es schade um die Zeit.

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