Epidemie im Schullandheim

Das kommt nicht vom schlechten Essen, auch nicht von plötzlich grassierenden Grippefällen, sondern die Ursache  heißt oft einfach Heimweh. Meist tritt es bei einem Kind auf, oft schon früh am Tag, verstärkt sich in den folgenden Stunden und kann auch weitere Kinder befallen….zu Risiken und Nebenwirkungen den Klassenlehrer befragen.

Also, es ist schon ein ernstes Problem, das einem schon während einer Fahrt mal einige Zeit im Griff hat. An Gefühlen ist sicher noch keiner gestorben – nur diese Weisheit hilft einem auch nicht weiter. Ignorieren halte ich für zu hart, und Ablenken geht meist nur kurze Zeit gut. Gut gefahren bin ich

…mit der Tatkik „Auf-Zeit-spielen“ – also jetzt ist schon die Hälfte rum, wir reden wieder am Abend, noch eine Nacht…

…über andere positive Erfahrungen des Außer-Haus-Seins sprechen, die das Kind schon gemacht hat…

…manchmal kommen auch die Eltern angerauscht, die mit mir aber an dem einem Strang ziehen sollten: Das Kind muss diese Herausforderung meistern. Dann wird es stolz sein!

…Körperübung: Entspannt hinlegen, ruhig atmen, Arm auf die Schulter legen, Anspannung wegatmen.

Klingt zwar esoterisch, hilft aber. Dumm ist nur, wenn man mitten in der Nacht zum Notfalleinsatz „akutes Heimweh“ muss, erfolgreich ist – aber man selbst hinterher nicht mehr einschlafen kann.

Letzte Woche hat sich sogar beim Heimkommen ein Vater bedankt, dass ich seinem Kind so beigestanden habe. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert – so lernt man nicht nur die Schüler, sondern auch die Eltern genauer kennen bei so einer Fahrt!

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4 Responses to “Epidemie im Schullandheim”


  1. 1 kurt Montag,29 September, 2008 um 19:02

    ,,,und manchmal helfen bei den Kleinen auch Placebos ganz gut.
    Anti-Heimweh-Zaubertrank aus Zauberpulver mit Saft oder Zaubertabletten. Man muss nur vorher den Traubenzucker in eine neutrale Packung füllen oder TicTac in ein Tablettenröhrchen (unzerkaut uns schnell schlucken, sonst schmeckt man es). In Kombination mit Ablenkung oder einem netten Gespräch war dann meist das Heimweh weg

  2. 2 Herr Rau Montag,29 September, 2008 um 19:05

    Oh ja, das kenne ich. Einmal hatte ich eine Fünftklässlerin, die sich voll bewusst war, dass sie das jetzt durchstehen sollte, die aber trotzdem sehr gelitten hat. Was ihr geholgen hatte: Sie konnte sich um eine Mitschülerin kümmern, die ebenfalls viel Heimweh hatte. (Das kann aber auch zu Gruppenhysterie führen, denke ich.)

  3. 3 markusmaerkl Montag,29 September, 2008 um 19:15

    Dieses Jahr hatte ein Schüler tatsächlich so Notfall-Bonbons dabei (Bachblüten), eigentlich keine schlechte Idee. Bin mir nur nicht sicher, ob ich einem Schüler überhaupt Medikamente geben darf – du meinst es sicher sehr gut, aber ich fürchte, sowas kann ganz anders erzählt, aufgefasst und verbreitet werden wie es gedacht war. Bislang gebe ich nur das, was die Eltern mir anvertraut haben bzw. leite es dem Schüler weiter. Das muss selbstständig klappen, denn ich bin kein Mediziner.

  4. 4 Hokey Dienstag,30 September, 2008 um 11:35

    Ein Kollege hat mir, wie Kurt auch, erzählt, dass er sich in einer Apotheke von einem Apotheker einmal eine Pillendose als „Heimweh-Pillen“ hat deklarieren lassen (natürlich nur echt mit lateinischer Bezeichnung etc.), diese mit Kräuterbonbons gefüllt und als Heimweh-Pillen ausgegeben hat. Soll wunderbar funktioniert haben. 😀


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