Protokoll Seminarlehrer

Die Referendare haben jetzt ein Drittel des ersten Jahres fast rum, ich mein erstes Drittel als neuer Seminarlehrer im ersten Jahr. Wir fangen als praktisch gemeinsam neu an…

Ich finde es erfreulich, wie man die jungen Kollegen wachsen sieht und Sie ihre Lehrerrolle ausfüllen, mit den Klassen „ringen“ und  auch gewinnen: an Autorität, Herstellen von Arbeitsdisziplin und Sicherheit bei Stundenkonzeptionen. Jaja das Lehrerecho, Tafelanschrieb, Projektorfolien bitte schön groß – diese Fehlerchen sind auch da, aber sollte das wirklich die zentrale Rolle einnehmen bei Stundennachbesprechungen?  Hier nutze ich übrigens auch Skype, das entzerrt den Vormittag für alle Beteiligten und man entspannt am Nachmittag die Dinge reflektieren kann.

Was mich manchmal betrübt, man sollte natürlich mehr demonstrieren und Showstunden zeigen: Ich versuche zwar schon verschiedene Themen mit verschiedenen Methoden abzudecken (Gruppenpuzzle als Wiederholung Literaturgeschichte, Gedichtanalyse mit Gruppenarbeit und kreativen Aufträgen, neue Schreibformen ausprobieren,  Aufsatzunterricht mit dem digitalen Klassenzimmer, Grammatik spielerisch), aber das ist doch nur ein Teil der Realität:

Im Vordergrund steht das Ackern, Wiederholen, Üben in allen Bereichen des DU. Diese Alltagsstunden bringen vielleicht auch den Schülern mehr, für die Refis soll es entlastend sein auch mal gut durchdachten Alltag zu machen. Refis sollten nicht Teil dieser gedopten Leistungsgesellschaft sein und das Gefühl haben, immer Mr.Magic zu sein: Allzeit bereit für den ultimativen Methodenkick. Nein, Danke.

Nach den Ferien stehen dann die Lehrproben an – wahrscheinlich bin ich genauso aufgeregt wie die Referendare. Und man erinnert sich einfach zu gut an die eigenen Gehversuche und das Drama vor der ersten Lehrprobe, auch wenn es jetzt 12 Jahre her ist. Wie wahr doch der Spruch: Lehren heißt doppelt lernen….

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2 Responses to “Protokoll Seminarlehrer”


  1. 1 norberto42 Samstag,27 Dezember, 2008 um 13:22

    Bei einem Vortrag von Onur Güntürkün über „Gehirn und Lernen“ gab es, wie es sich für seriöse Forscher gehört, keine praktischen Tipps für die Lehrer. Aber aus der Untersuchung des Lernerfolgs wurde deutlich, dass „Wiederholen“ und neues Durcharbeiten (oder auch: Überarbeiten) Formen des Lernens sind, bei denen man mehr (schneller) als beim ersten Lernen lernt.
    Man muss den Mut haben zu sehen, dass man nicht fürs Parkett, sondern für die Schüler arbeitet: für ihren Lernerfolg.
    Leider muss man das andere auch können: fürs Parkett arbeiten, wenn die fremden Fachleiter oder die Prüfungskommission im Parkett sitzt. Aber man sollte zumindest wissen, was fake und was real ist.


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