all inclusive

Vor lauter Arbeit komme ich leider nicht zum Webloggen. Das finde ich sehr schade, soweit, dass ich diese Gedankensammlung hier einstellen wollte. Freude und Frustration liegen im Job einfach nahe beinander, und das nach einigen Dienst- Jahren. Wo bleibt die Abgeklärtheit? Ich habe aber auch viele Weblogs gelesen, tolle Gedanken, Danke an die vielen Kollegen…hier zum Einstieg ein bissl wirres Zeug.

Eine Kollegin hat mir eben am Telefon erzählt, dass sie heute seit 7:40 (Schulbeginn) gearbeitet hat bis 21:00 (Elternabend). In der Freistunde hat sie Exen abgelegt, muss man ja auch mal machen. Das ist der Hauptjob in anderen Berufen.  Dazwischen irre Klassen, 5. Klassler mobben sich brutal in Drecksforen, dann wieder 10. Klassler, die einfach ihre Referate nicht termingerecht abgeben…selbstverständlich in der Ganztagesvariante. All inclusive eben.

Danke an die vielen Betroffenheitsspezialisten und Mitfühlexperten der letzten Tage: Eine Kultur des Hinschauens nach dieser Tat wird gepredigt. Da wären wir ja nie draufgekommen. Solche Worthülsen können auch verletzen – nämlich all die vielen Lehrer, die sich jeden Tag aufarbeiten, die genau beobachten und Dinge ansprechen… und nicht als Alltagshelden gelten. Wie niemehrschule schreibt, einfach das Handtuch werfen in wertvollen Projekten, weil die Anerkennung fehlt. Aber dafür schwingen wieder die lauten Bildungsretter das Wort.

In Bayern wird stark an der Übertrittsschraube gedreht an weiterführende Schulen. Das verunsichert im Moment die Eltern. Wie sehen Kooperationsmodelle zwischen den Schularten konkret aus? Da wird sicher noch einiges an Veränderung passieren, so mein Gefühl.

In der Zwischenzeit schreibe ich mal weiter und bringe immer wieder mal aus dem Unterricht – Gelungenes und weniger Gutes zur Abschreckung.

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2 Responses to “all inclusive”


  1. 1 rip Mittwoch,18 März, 2009 um 12:52

    > soweit, dass ich diese Gedankensammlung hier einstellen wollte …

    Bloß nicht! Es ist schon okay, wenn du mal einige Wochen oder Monate nichts schreibst – manchmal ist halt keine Zeit fürs Bloggen übrig. Aber wenn sich der Nebel lichtet, dann schreibt sich’s in ein vorübergehend vernachlässigtes Bloggerl viel leichter, als wenn man keines mehr hat und erst wieder ein neues einrichten müsste. Also lass dir Zeit – deine Leser laufen dir ja nicht weg, und dank Google Reader (oder sonstigen Aggregatoren) bekommen wir’s ja mit, wenn es wieder was Neues von dir gibt!

    Grüße aus dem Getümmel (hab seit dem Halbjahr eine Deutschklasse mehr …)
    Peter.

  2. 2 Sylvia Mittwoch,25 März, 2009 um 22:53

    Für mich als Mutter dreier Schulkinder sind gute LehrerInnen die Helden des Alltags – und speziell meines Alltags.

    Jede Lehrkraft, die ganz banal meinen Kindern den Stoff vermittelt, angemessen Hausaufgaben gibt, also nicht unbedingt Unmengen bei Nachmittagsunterricht, die motiviert statt niedermacht, die freundlich und fair ist, auch wenn sie einen üblen Vormittag hatte, und, und, und, erleichtert uns als Familie das Leben.

    Und vor allem läßt sie uns dann doch nicht ganz verzweifeln an einem Schulsystem, bei dem absolut unsägliche Gestalten unkündbar jahrelang Schülern nix beibringen, ihre privaten Probleme an den Kindern auslassen, sich so benehmen, dass es in der freien Wirtschaft für eine fristlose Kündigung reichen würde, und, und, und. Den Mist dieser Lehrergruppe dürfen wir als Familie nämlich daheim ausbaden, mit „Elternnachhilfe“ und mit psychologischem Aufpäppeln der Kinder, die alle einmal fröhlich und wissbegierig eingeschult wurden – um schnell enttäuscht zu werden.

    Die (guten) Lehrer in meiner Kundschaft sagen gefrustet, dass DIESE Lehrertypen auch ihnen das Leben schwer machen, weil jeder weiß, dass es sie gibt, und weil sie verantwortlich sind für den schlechten Ruf dieser Berufsgruppe.

    Im Real Life gebe ich guten Lehrern gerne ein ehrliches Lob und wünsche mir, dass sie noch lange optimistisch durchhalten.


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