Archiv für April 2009

Frühlingserwachen

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Ab und zu macht man als Seminarlehrer auch Lehrbeispiele. Das war einer der Antriebe, den Job diese Berufung zu machen. Stunden mal wieder gut zu durchdenken. Dass dazu auch zu wenig Zeit bleibt wie für vieles, hätte ich mir vor einem Jahr auch nicht träumen lassen.

Die Bezeichnung Lehrbeispiel ist natürlich Käse. Wie die Refis halte auch ich eher Lehrversuche – manche laufen richtig gut, andere katastrophal. Es ist halt Alltag, teilweise in  mir fremden Klassen. Wir kochen eben alle nur mit dem selben Wasser.

Probiert habe ich bislang die Frühlingsfahrt von Eichendorff (Erschließung in GA mit Handlungsorientierung), dann einige Aufsatzstunden (Inhaltsangabe mit Goethes Totentanz – illustrative Aufarbeitung fächerübergreifend mit Kunst, in D weiter mit Satzverknüpfungen, die ja wesentlich sind für diese Aufsatzart).

Gleich nach den Osterferien habe ich Frühlingsgedichte mit einer 5. Klasse gemacht. Zunächst bei dem Wetter natürlich kurz raus in den Wald neben der Schule: Mit allen Sinnen (und einem AB in der Hand) Himmel, Luft, Bäume, Wiese, Blume wahrnehmen.

Nach dem Austausch unserer Erfahrungen habe ich das Gedicht vorgetragen, das  eigentlich der Auslöser der Stunde war – ein zufälliger Fund: „Mählich durchbrechende Sonne“ von Arno Holz.

Mit den enthaltenen Adjektiven und Nomen kann man  wunderbar arbeiten: Weglassen, ersetzen, erklären. Der Running gag war natürlich die Bedeutung des Wortes „Mählich“ – ich habe absichtlich die lexikalische Erklärung nicht gesagt und die Schüler raten lassen, um die kreativen Ideen nicht abzuwürgen.

Dann sollten die Schüler aus den Holz-Wortbausteinen ein eigenes Gedicht verfassen und sauber grafisch umsetzen.

Diese Hausaufgabe haben wir tags darauf im Kamishibai angeschaut. Einige Schüler durften sogar das Handy zücken und Fotos machen…

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Personal Moodle Trainer

Nach einigen Moderierten Online Seminaren habe ich vergangene Woche in Dillingen wieder mal einen Präsenzkurs gehalten zum Thema Moodle für Einsteiger. Offizieller Rahmen war die dortige Tagung „Moodle@school„.

8 Stunden Workshop wollte ich nicht mit schlauen Referaten a la „Grundkurs Konstruktivismus“  und einen kurzen Blick in die Plattform bestreiten, sondern alle Teilnehmer sollten im Sinne des eigentlichen Wortes  wirklich arbeiten:

  • einen eigenen Kurs anlegen
  • Grundeinstellungen und Formate ausprobieren
  • Funktionen des Editors: Themenblock gestalten
  • Anlegen von Arbeitsmaterial (Textseite, Links, Verzeichnisse)
  • Anlegen einiger exemplarischer Lernaktivitäten (Forum, Aufgabe, Glossar, Wiki)
  • Sichern und Wiederherstellen von Kursen

Dazwischen habe ich immer von meinen eigenen Erfahrungen berichtet und  die Hosen runtergelassen: mit Blick in eigenen Kursräume, Erfolgen und Desastern mit Moodle.

Da die Teilnehmer unersättlich waren (und das in den Osterferien!), haben wir sogar noch die Datenbank als Lernaktivität angeschaut. Es war ein sehr intensiver Kurs, alle waren hoch motiviert und wollten Moodle mit seinen  vielen Möglichkeiten austesten.

Klar ist, dass ein sinnvoller  Kurs im Rahmen des Unterrichts (egal ob begleitend oder voll virtuell) passend zu einem Unterrichtsthema so nicht gestaltet werden kann. Da fehlt die Zeit für wirklich Reflexionen und auch die Erfahrung –  aber dazu haben die Teilnehmer noch Gelegenheit, da die Plattform noch einige Wochen erhalten bleibt und ich auch noch als Begleiter in einem Helpdesk zur Verfügung stehe.

Ich bin sehr gespannt, was nach einige Wochen hier an Kursideen noch entsteht. Souverän empfand ich auch das Urteil der Teilnehmer am Ende des Workshops – als Anreiz habe ich ein paar Zitate gesammelt aus verschiedenen Blogs.

Moodlezitate Resümee der meisten Teilnehmer war, dass die didaktische Reflexion im Mittelpunkt stehen sollte. Sicher waren viele von der Einfachheit des Systems und den vielen Möglichkeiten sichtlich beeindruckt. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit, die der Personal Moodle Trainer (Danke an Eva Häuptle für die Co-Moderation im Kurs) nur noch am Rande begleiten kann: Die Passung für den eigenen Unterricht und für den eigenen Stil als Lehrer.


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