Archive for the 'Deutsch' Category

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Eine ganze Reihe kostenloser Hörbücher mit Ausschnitten aus klassischen Werken gibts es hier. In den Lizenzbedingungen steht extra, dass die Mp3´s für den Deutschunterricht freigegeben sind.

Lektüreblog: Junge Kritiker

Pfiffig gemacht und nachahmenswert: Schüler bloggen über aktuelle Bücher. Ein Buchprojekt des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Bonn.

Pädagogischer Realismus

Jüngst brach diese neue Epoche in der Ausbildung an. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Referendare eigenverantwortlich Unterricht übernehmen.

Interessant ist, wie präzise die Referendare jetzt Methoden und deren Schwachstellen analysieren. Erschreckend aber auch der Pessismismus (oder soll ich sagen: Pädagogischer Realsimus)  für mich: Offenere Lernformen können in diesem Schulsystem nicht funktionieren.

Naja, ich hab mal Advocatus diaboli gespielt. In der Diskussion ergaben sich einige Punkte:

  • Die trad. Rahmenbedingungen des Schulsystems erschweren den Einsatz offener Unterrichtsformen (Lernzirkel – eine Referendarin hat keine besonders guten Erfahrungen kürzlich damit gemacht).
  • Jüngsten Studien (Ich kenne die leider nicht) zufolge soll Frontalunterricht die effektivste Unterrichtsmethode sein (Warum sind dann in manchen Jahrgangsstufen 75% der Schüler gefährdet oder sehr gefährdet? Also, Freiarbeit wird dort bestimmt nicht praktiziert…)
  • Bitte kein Ausspielen der Methoden gegeneinander: Jede hat ihren Sinn. Und jede Monokultur ist anfällig für Schädlinge.
  • Wenn einer den Inhalt nicht kapiert hat, nutzt auch die schönste Freiarbeit nix. Eine gewisses Maß an Einführung und Systematik vorher hilft, die Übungsphase in offeneren Formen erfolgreich zu gestalten.
  • Wer Begeisterung der Schüler erwartet, mal etwas puzzlen, kleben, drehen, mit dem Partner aufschreiben und Dosendiktateln zu dürfen, ist einfach naiv. Vielleicht in den unteren Klassen – und das macht ja auch großen Spaß. Trotzdem ist es Teil des Unterrichts mit den bekannten Regeln.
  • Man kann auch diese Phasen bewerten und beurteilen – Thorsten Bohl hat ja hier einiges an Überlegungen bereits vor Jahren vorgelegt. Und das mit neuen Studien unterlegt, was Freinet oder Parkhurst (Daltonschulen) vor Jahrzehnten schon praktiziert haben. Wie soll ich als Lehrer Zeugnisbemerkungen zu Arbeits- und Sozialverhalten machen, wenn ich solche Arbeitsformen nicht ausprobiere und dann auch beobachte.
  • Es braucht ein großes Maß an Selbstdisziplin, diese Beobachtungen  kontinuierlich zu machen (Asche auf mein Haupt).
  • Es braucht aber auch Schüler, denen man diese Übungen zutrauen kann und sich in eigenverantwortlichen Phasen wieder am Riemen reißen: zurück zur Arbeit. Auch dies muss errungen werden mit der Klasse, es ist eben auch ein Lernprozess. Nur wenn ich den als Lehrer nicht wage, sollte ich bitte auch nicht mitjammern, dass kein Schüler zu eigenständigen Arbeiten in Lage ist, man jede Kleinigkeit selber machen darf und überhaupt: „Wahsinn, was heute alles in den Unis sitzt…“.

Letztlich stehen nach solchen Diskussionen immer mehr Fragezeichen als beantwortete Fragen. Wer eine Patentlösung hat, bitte melden. Bis dahin basteln wir in den kommenden Wochen immer wieder mal im Seminar…

Die jungen Kolleginnen

Es klingt etwas blöd, aber so stelle ich die Referendarinnen immer vor Eltern oder Schülern vor. Also sie sind ja noch in der Ausbildung, auf der anderen Seite möchte ich sie nicht abwerten mit evtl. doppeldeutigen Titeln…soll ja alles schon vorgekommen sein.

Die Eltern waren beim Elternabend schon verunsichert, ob der häufige Wechsel und die Unerfahrenheit nicht ihre Kinder benachteiligt. Ich habe versucht, dies mit den bekannten Argumenten zu entkräften, vor allem aber, dass durch „die jungen Kolleginnen“ viel weniger Unterricht ausfällt. Er ist auch besser vorbereitet und nicht aus Arbeitsroutinen heraus entstanden (Nicht missverstehen, bitte). Ferner habe ich ja letztlich die Verantwortung, also geht keine Ex oder Schulaufgabe oder Arbeitsblatt raus, ohne dass ich vorher gesehen habe. Vorausgesetzt, der Referendar hält sich dran (meist so bei Arbeitsblättern, tödlich aber bei schriftl. Tests).

So sitze ich jetzt und korrigiere die Schularbeiten der Refis nach, bevor wir diese am Montag herausgeben. Nützlich ist dabei „wie immer“ Moodle – wir tauschen die Aufsatzbemerkungen über das Forum aus, eine Excel reichen wir rum und füllen Zelle für Zelle die Teilnoten aus. So habe ich auch immer schön geordnet nach Antwortthread den Überblick, wer was getan/korrigiert/bewertet hat. Aber – am Ende steht wie immer der Rotstift, traditionell.

Noch nicht zu Ende gedacht,

aber ich fang mal an zu schreiben. Deshalb viele Fragezeichen…

Ich bin gerade auf einer Fortbildung zum Thema Formen der Leistungserhebung im Deutschunterricht. Ein absolut zentrales Thema, über das ich beispielsweise an der Uni praktisch nichts gelernt habe, in der Ausbildug nicht reflektiert wurde und man sich über die Jahre einfach aneignet – quasi die Normen aus dem kollektiven Unbewussten einer Fachschaft übernimmt?

Eine Korrektur muss, so die Aussage im Kurs, überall in Bayern gleich und einheitlich sein. Von den Korrekturzeichen angefangen (Scheinen sogar schulrechtlich verankert zu sein) bis hin zur Endnote und den typischen Kriterien (klar, angemessen, nachvollziehbar, eindeutig) – aber decken sich die Erwartungshorizonte in der Fachschaft? Was tun, wenn sie stark auseinanderklaffen und man Diskrepanzen von einer oder mehreren Notenstufen hat?

Beruhigt hat mich, dass wir alle in der FoBi und auch an der Schule zu 95% zu ähnlichen Schlüssen kommen, nur im Notengrad etwas verschieden.

Andere Frage: Haben moderne, offenere Formen etwas zu suchen im traditionellen Aufsatzunterricht? Also – Arbeits- und Entwicklungsportfolio statt herkömmlicher Schulaufgabentechnik? Kann man eine solche Schulaufgabe eventuell durch so etwas ersetzen? Werden Fortschrittsnoten einer Entwicklung nicht eher gerecht – sie kann positiv, aber auch negativ sein und stärkt die Verantwortlichkeit des Schülers?

Haben sich Projektschulaufgaben wirklich so durchgesetzt, wie es viele am ISB aufwärts meinen? Liegt der Vorbehalt nur in der vemeintlichen Mehrarbeit?

Kompetenzorientierte Aufgabenstellungen im DU – sieht man hier vor lauter Testfragen, in die man sich in eine Art Fragenrausch (Wir haben heute auch welche erstellt) hineinsteigert – wirklich noch den Mehrwert für den Unterricht? Kann man Lese- und Schreibkompetenz auf diese Art überhaupt messen? Und: Welche Schlüsse zieht ein Lehrer aus Vera&Co, wenn der Test mies ausfällt? Bringt das eine Schule dazu, ihr LehrLernkonzept zu überdenken – oder geht man zum Alltag über? Ermuntern solche Tests die Lehrer einer Schule zur Vernetzung, etwa bei Fragen  „Überdenken des Unterrichts“ oder dem „Entwickeln ähnlicher Test für Aufgabenkultur“? Hier kann man noch mehr drüber lesen…

Erfahrung garantiert noch keine Weisheit

…Letztere erreicht man durch kritisches Betrachten der Vergangenheit und durch Einstudieren der Zukunft.

Der Spruch (John Grinder) ist leichter zitiert als getan. Nach  12 Jahren im Schuldienst (incl. ein Jahr in der Wirtschaft) habe ich sicher Erfahrung, aber wenig Zeit für Reflektion und Selbststudium gefunden. Letztes Jahr hat sich die Chance auf eine Seminarlehrerstelle ergeben. Ich habe mich beworben und bin es auch geworden. Also: Seit Schulanfang habe ich eine Gruppe von Deutsch-Referendarinnen zu betreuen und begleite sie durch die kommenden beiden Jahre. Blokey schreibt ja in seinem Blog aus der Sicht des Referendars, ich schreibe hier ab und an auch mal aus der Sicht des Seminarlehrers.

Seit Mai läuft eigentlich die intensive Vorbereitung, das Sammeln und Systematisieren von Material. Ich hole das nach, was die letzten Jahre untergegangen ist: Reflektion, kritisches Durchdenken des Unterrichts, Variationen probieren. Alltag macht müde. Einige Tiefen, Rückschläge dieser Jahre zehren, natürlich gibt es auch die Erfolge. Und die sollte man sich gut notieren. Auch so ein Rezept, was ich den jungen Kollegen mitgab in der „Auftaktsitzung“.

Ich versuche umweltschonend zu arbeiten -also ein papierloses Seminar zu machen und hinterlege alle Materialien in einem Kurs in Moodle, das ich für die Schule administriere (Na gut, Energiekosten sind noch da…) Woche für Woche arbeiten wir uns durch die Themen, aus der Materialfülle werden sich die Kollegen wohl das raussuchen, was für sie persönlich wichtig ist. Das Wichtigste für den Verlauf des Seminars lade ich in einem Protokoll über die Fachsitzungen hoch.

Außerdem schalte ich  kleinere eTivities, die Sinn machen und die Arbeit systematisieren helfen. Diese Woche  zum Lehrplan: Jeder Refi analysiert den LP zweier Jahrgangsstufen und entwickelt zu allen Ebenen 10-15 Testfragen (Extraaufgabe: Bildungsstandards Deutsch). Ich stricke aus den angesammelten Fragen dann einen Moodle-Test, der – natürlich ohne Bewertung  – durchlaufen werden soll. Ich trage natürlich aus was bei.

Kommende Woche halten die Refis eine erste Deutschstunde – und bereiten diese über das Forum in Moodle  gemeinsam vor. Ich finde es sinnvoll, hier einen „community“-Ansatz zu fahren und erstmal im Team über diese eine Stunde zu reflektieren. Auch ich kann mithelfen, da ich den Rest der Woche im Schullandheim bin und die Kollegen nicht mehr „live“ sehe. Mal sehen, was diese Erfahrung bringt…

Unterm Birnbaum

Nach dem umfangreichen Projekt in der 9. steht nun wieder Alltag an: Textanalyse üben an Sachtexten sowie die erste Lektüre in dem Jahr. Fontanes „Unterm Birnbaum“ – das sollten die Schüler selbstständig lesen. Als Einführung gabs ein kleines Podcast zu Fontane mit einem Hörauftrag. Dann die Lektüre in etwa 8 Tagen mit Arbeitsaufträgen, die die Schüler in mein Wiki stellen sollten. Jetzt trage ich zusammen, was erarbeitet wurde. Als Hilfe zur Strukturierung des Inhalts habe ich noch Schnippelbild mit den Hauptüberschriften der Kapitel angefertigt, das die Schüler wieder zusammen setzen sollten als Lern- und Verständnishilfe. Als Abfrage mache ich die Ziehung der Fragen, die ausgedruckt, laminiert und in einen Topf geworfen werden.

 Tafelbilder zum dem ganzen Material stelle ich bei Flickr hoch die Tage…


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