Archive for the 'et cetera' Category

In letzter Zeit bin ich beruflich am Anschlag – die Arbeit für die ALP Dillingen (Redaktion und Moderation von moderierten Online-Seminaren), der Seminarlehrer, der Beratungsrektor…all das erfüllt, zehrt aber auch. Es gibt Tage, da sitze ich fast rund um die Uhr am Rechner. Die Arbeit am Weblog und das Lesen in anderen Blogs stand und steht zurück – da bin ich nur froh, wenn die Kiste mal aus ist. Deshalb werde ich diesen Blog ruhen lassen und mich mehr aufs Lesen und Kommentieren anderer Weblogs stürzen. Allen Lesern und Kommentatoren vielen Dank für eure motivierenden Beiträge, allen anderen Lehrer-Bloggern Danke für die vielen Inspirationen!

Virenchecker

Nach einer Woche Schullandheim, das thematisch sehr schön war (internationales Begegnungsprojekt), haben wir viel über die andere Nation gelernt und nebenbei auch noch Schweinegippe-Viren ausgetauscht.

Die Schüler, die ich in den ersten Tagen erkrankt heimgeschickt habe, gaben zwar umgehend telefonisch Bescheid, aber trotzdem fuhren wir dezimiert und hustend nach Hause. Seltsam, dass das Haus die Angelegenheit nicht öffentlich bekannt macht – naja dann habe ich den Putzfrauen vorher schon gesagt, in welchem Zimmer die kranken Schüler waren. Die Schüler sollten in jedem Fall alle zum Arzt und mir per Mahara- Forum und der Schule am Montag dann  telefonisch mitteilen, ob sie erkrankt sind. Bis das Gesundheitsamt die Fälle an die Schule meldet, dauert mir das zu lange.

Interessant der neue Pädagogentyp „Cooler Virenchecker“ : Man wird von ihm gleich als Panikmacher hingestellt, nur weil man die Schüler isoliert (bei den ersten Anzeichen) und fordert, die Erkrankung bekannt zu machen (wenn sie nachgewiesen ist). Jeder unmittelbar Betroffene hat ein Recht  zu wissen, dass es Fälle gibt/gab. Nur so kann ich mich schützen, es hängen ja auch meist Familien dran.

Die Neue Grippe verläuft  in den meisten Fällen wohl harmloser als befürchtet. Ich bin übrigens nicht an Schweinegrippe erkrankt, sondern einfach heftig erkältet. Und nein, ich nutze nicht Moodle oder Mahara oder sonstwas, um den Unterricht mit den Schülern am Laufen zu halten. Der Arzt hat Ruhe verordnet.

Gute Besserung!

Fundraising für Verlage

Der Verlag WaltersKluwer bietet eine Fortbildung zum Thema „Fundraising an Schulen“ an: Wie können und dürfen finanzielle Mittel beschafft werden. Kosten für die 2 Tage liegen bei 420 Euro+Steuer, ein Tag kostet 250 Euro+Steuer. Tolle Sache – Fundraising für Verlage inklusive. Das ist doch schon ein Weg, an Gelder zu kommen für Schulen – macht es wie WoltersKluwer. Wer billiger haben will – die Stiftung Mitarbeit bietet für ein paar Euro zu diesem und vielen anderen Themen gutes Material an (Projektmanagement, Argumentieren…).

Mahara als Projektschulaufgabe

In den letzten Wochen war es mal wieder soweit: Eine Deutsch-Schulaufgabe habe ich ersetzt durch ein bewertetes Projekt. Wir probieren an der Schule den Sonderfall aus – eine Projekt-Präsentation. Schwerpunkt liegt dabei auf der mündlichen Darstellung eines Lerninhaltes. Dieses Jahr habe ich die Schüler innovative Firmen der Region auswählen lassen. Die Gruppen haben die Betriebe dann eigenständig erkundet und fassen die ERgebnisse in einen kleinen Vortrag zusammen. Präsentiert wird extern – in einem schicken Repräsentationsgebäude einer dieser Firmen (Innovision Center).

Der spannendere Teil diesmal war für mich die Einzelarbeit, eine Projektmappe. In diesem Jahr wollte ich alles digital haben, kein Papier, kein Mindmap, kein Klarsichtfoliengeziehe beim Korrigieren.

Ich habe auf Mahara als E-Portfolio-System gesetzt. Kennen gelernt habe ich es vor zwei Jahren über Heinz Krettek und Siegline Jakob-Kühn, beide beteiligt am Mosep-Projekt. Die Portfoliomethode ist ja kein gerade einfaches Unterfangen, vor allem wenn keine Systematik aufgebaut wurde über die Jahre. So knall auf Fall das von den Schülern (überwiegend Jungs Klasse 9…) zu verlangen, könnte schwierig werden. Deshalb habe ich mir von Mahara einen Motivationsschub erhofft. Um es gleich vornweg zu sagen, der blieb aus. Es gab auch Durststrecken bei der Installation -Probleme mit den PHP´s, Upload der Bilder, Config der Blogsysteme. Dank Unterstützung meines Mahara-Admins haben wir das gelöst – Danke Uli Weber! Viel Gemotze von Schülerseite, ich glaube auch viele Kollegen waren skeptisch – Projekten gegenüber sowieso, Mahara sagte den meisten eh gar nix.

Unterm Strich – trotzdem hat es sich gelohnt. Das Begutachten der Ansichten (Drei mussten alle gleich anlegen – Traumjob+Erörterung, Bericht über das Betriebspraktikum, Lerntagebuch mit einem Mindesmaß an Einträgen) hat mir wirklich Spaß gemacht. Es sind richtige „Best-practice“-Beispiele entstanden. Viele Schüler, die weniger als Mittelmaß sonst haben, erreichten gute Leistungen. Schattenseiten gabs bei soviel Licht auch, das will ich nicht verschweigen. Ich bin gespannt auf die Endauswertung, wenn alle Noten des Projektes gemacht sind und die Endnote verkündet wird – ob Mahara dann doch noch ein paar Freunde gewinnt. Mich hat es überzeugt – nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten lief es rund, die Schüler konnten es ohne große Anleitung bedienen. Hier der Korrekturbogen: Bewertung_Projektschulaufgabe_9a.

Ach ja, eine Schnittstelle zu Moodle „Mahoodle“ gibts auch

Frühlingserwachen

dsc00409dsc001201dsc00118

Ab und zu macht man als Seminarlehrer auch Lehrbeispiele. Das war einer der Antriebe, den Job diese Berufung zu machen. Stunden mal wieder gut zu durchdenken. Dass dazu auch zu wenig Zeit bleibt wie für vieles, hätte ich mir vor einem Jahr auch nicht träumen lassen.

Die Bezeichnung Lehrbeispiel ist natürlich Käse. Wie die Refis halte auch ich eher Lehrversuche – manche laufen richtig gut, andere katastrophal. Es ist halt Alltag, teilweise in  mir fremden Klassen. Wir kochen eben alle nur mit dem selben Wasser.

Probiert habe ich bislang die Frühlingsfahrt von Eichendorff (Erschließung in GA mit Handlungsorientierung), dann einige Aufsatzstunden (Inhaltsangabe mit Goethes Totentanz – illustrative Aufarbeitung fächerübergreifend mit Kunst, in D weiter mit Satzverknüpfungen, die ja wesentlich sind für diese Aufsatzart).

Gleich nach den Osterferien habe ich Frühlingsgedichte mit einer 5. Klasse gemacht. Zunächst bei dem Wetter natürlich kurz raus in den Wald neben der Schule: Mit allen Sinnen (und einem AB in der Hand) Himmel, Luft, Bäume, Wiese, Blume wahrnehmen.

Nach dem Austausch unserer Erfahrungen habe ich das Gedicht vorgetragen, das  eigentlich der Auslöser der Stunde war – ein zufälliger Fund: „Mählich durchbrechende Sonne“ von Arno Holz.

Mit den enthaltenen Adjektiven und Nomen kann man  wunderbar arbeiten: Weglassen, ersetzen, erklären. Der Running gag war natürlich die Bedeutung des Wortes „Mählich“ – ich habe absichtlich die lexikalische Erklärung nicht gesagt und die Schüler raten lassen, um die kreativen Ideen nicht abzuwürgen.

Dann sollten die Schüler aus den Holz-Wortbausteinen ein eigenes Gedicht verfassen und sauber grafisch umsetzen.

Diese Hausaufgabe haben wir tags darauf im Kamishibai angeschaut. Einige Schüler durften sogar das Handy zücken und Fotos machen…

dsc001202dsc00412dsc004092

Kommentare lesen!

Da hat mal wieder einer getönt und wird abgewatscht: Sein Anliegen ist ja prinzipiell richtig, aber immer das Lehrer-dashing und deren miese  Ausbildung muss nicht sein. Die Leser passen auf! „Die Lehrer in der Ausbildung lernen nicht, wie man mit schwierigen Schülern zurecht kommt“ – eigentlich sind solche Behauptungen eine Frechheit. Wie soll man denn sonst überleben?

Ich hole mit meinem Seminar nicht nur das nach, sondern auch wesentliche Inhalte des Deutschunterrichts: Übungen zum Lesebegriff (Lesefertigkeit, Lesekompetenz), wie sie in Vera und sonstwo gefordert werden. Fehlanzeige in der Uniausbildung – zumindest berichten das die Referendare bei mir an der Schule.Da gehört sich, insofern hat Prof. Singer schon Recht, wirklich mehr Praxisnähe hinein.

Eigentlich sollten die Seminarlehrer die Aufgaben zum 1. Staatsexamen erstellen – und der Schnitt der Studies regelt dann die Bezahlung der Professoren. Wäre das mal ein innovatives Gehaltsmodell?

all inclusive

Vor lauter Arbeit komme ich leider nicht zum Webloggen. Das finde ich sehr schade, soweit, dass ich diese Gedankensammlung hier einstellen wollte. Freude und Frustration liegen im Job einfach nahe beinander, und das nach einigen Dienst- Jahren. Wo bleibt die Abgeklärtheit? Ich habe aber auch viele Weblogs gelesen, tolle Gedanken, Danke an die vielen Kollegen…hier zum Einstieg ein bissl wirres Zeug.

Eine Kollegin hat mir eben am Telefon erzählt, dass sie heute seit 7:40 (Schulbeginn) gearbeitet hat bis 21:00 (Elternabend). In der Freistunde hat sie Exen abgelegt, muss man ja auch mal machen. Das ist der Hauptjob in anderen Berufen.  Dazwischen irre Klassen, 5. Klassler mobben sich brutal in Drecksforen, dann wieder 10. Klassler, die einfach ihre Referate nicht termingerecht abgeben…selbstverständlich in der Ganztagesvariante. All inclusive eben.

Danke an die vielen Betroffenheitsspezialisten und Mitfühlexperten der letzten Tage: Eine Kultur des Hinschauens nach dieser Tat wird gepredigt. Da wären wir ja nie draufgekommen. Solche Worthülsen können auch verletzen – nämlich all die vielen Lehrer, die sich jeden Tag aufarbeiten, die genau beobachten und Dinge ansprechen… und nicht als Alltagshelden gelten. Wie niemehrschule schreibt, einfach das Handtuch werfen in wertvollen Projekten, weil die Anerkennung fehlt. Aber dafür schwingen wieder die lauten Bildungsretter das Wort.

In Bayern wird stark an der Übertrittsschraube gedreht an weiterführende Schulen. Das verunsichert im Moment die Eltern. Wie sehen Kooperationsmodelle zwischen den Schularten konkret aus? Da wird sicher noch einiges an Veränderung passieren, so mein Gefühl.

In der Zwischenzeit schreibe ich mal weiter und bringe immer wieder mal aus dem Unterricht – Gelungenes und weniger Gutes zur Abschreckung.


Archive

RSS Tagestipp DLF

  • Ein Fehler ist aufgetaucht - der Feed funktioniert zur Zeit nicht. Probiere es später noch einmal.